Kirchengmd. Rothenuffeln-Haddenhausen
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Ein überraschender Gottesdienst

Gottesdienst im Dunkeln … zu Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte“
… sind allgemeinhin, typische Sonntagsgottesdienste i.d.R. ein ruhiger und feierlicher Anlass, bei dem sich die Gemeinde versammelt, um Gebete zu sprechen, Gesangbuchlieder (wenn noch traditionell) darzubieten, fester Liturgie zu folgen und in Andacht zu verweilen … doch, an diesem Sonntag, zu Frühzeit des neuen Kirchenjahrs, sollte alles anders werden. Der Gottesdienst, der (mit Ausnahme von gesperrten Sitzplatzbänken beim Reingehen in die Rothenuffelner Kreuzkirche) so unscheinbar begann, entwickelte sich zu einem Ereignis, das niemand der Anwesenden wohl so erwartet hätte.

Der Beginn des Gottesdienstes
Es war ein nebeliger Morgen, als die Kirchgänger die 70iger-Jahre-post-moderne-Beton-Kirche betraten. Die Orgel spielte etwas (untypisch) leisen Lobpreisgesang, die Gemeinde nahm Platz, um mit dem Gottesdienst zu beginnen. Zweiter Blick, die Pastorin Katrin Berger, seit gut (im doppelten Sinne) einem Jahr, neu im Dienst dieser Gemeinde, stand nicht allein vor oder hinter der Kanzel … sondern wurde - von mindestens einer Handvoll – aktueller und auch unerwarteter Ehrenamtlicher, in diesem Gottesdienst unterstützt.
Keine unerwartete Ankündigung
Nein, ein typischer Gottesdienst war ja auch ausdrücklich (schriftlich im Gemeindebrief) gar nicht angesagt, sondern: „11 Uhr Andacht zu Ps. 23 im Dunkeln“ …
sind, spätere Gottesdienstzeiten und auch modernere Musik und Liturgie, so seit der Jahrtausendwende, als Rahmen dafür in vielen Kirchen-Gemeinden anzutreffen, selten aber „Darüberhinausgehendes“.
Wenige, aber einige, ließen sich womöglich von dem im Vorfeld (aber auch live) zum (beim) Besuch der Veranstaltung abbringen, da diese „Bekannterweiserendes" erwarteten.
Andere (wie der Autor dieses Berichts) erwarteten hingegen sogar noch mehr (kleiner Exkurs)
Ende der 70iger, war auf damaligen Kindergeburtstagen, das Spiel „Mord im Dunkeln“ das abendliche Highlight, wenn dazu alle Lichter in einem Raum ausgeschaltet wurden. Aus der Gruppe heraus, sollten Zettel gezogen werden, auf denen 3, der üblichen Rolle „Gast auf Party“ mit „Täter“, „Opfer“ und „Detektiv“ nicht entsprachen. Bei lauter Musik (im Dunkeln) mussten daraufhin alle miteinander tanzen. Der Täter dabei, wenn die Musik verstummte, irgendjemanden (wer wer ist, wusste dabei niemand) auf die Schulter tippen, der sich - in Folge dessen - mit einem Schrei auf den Boden schmiss … daraufhin das Licht wieder anging!
Ergebnis: Nur der Täter wusste, was er tat … das Opfer, nur wenn zufällig der Rolle entsprechend berührt, ob es dies auch ist. Der Detektiv, hatte es dabei nicht immer leicht, die Umstände durch Befragungen zu klären! Ende des Exkurses (bis heute, ist die Detektiv-Serie „Columbo ermittelt“ das Fernseh-Highlight des Autors).

Ein besonderer Gottesdienst
Zurück, zum Thema, des überraschenden Gottesdienst und eines – aller einleitenden Gedanken – hinausgehenden, Erlebnisberichtes. Eben, dessen Erleben, lässt sich allerdings in Text und Bild eigentlich gar nicht wiedergeben, hätte man selbst erleben (dabei sein) müssen. Aber dennoch hier der Versuch.
Der Ablauf des Gottesdienstes
Beim Betreten der Kirche verwundern nicht nur gesperrte Sitzreihen, der gegebene Hinweis man solle sich einen Gottesdienstpartner suchen, wozu man (falls dabei auf unbekannte Gegenüber trifft) sich mit dem eigenen Namensschild präparieren sollte. Eine Erklärung (kürzer als im obigen Exkurs) machte deutlich, es hier um das Vertrauen auf andere und der Reduzierung der eigenen Sinne ginge … denn während des Gottesdienstes wurden – zum wechselseitigen Gebrauch - Schlafmasken verteilt! Die Andacht, besser deren Botschaft, sollte daher mit Gehör, Geruch, Gespür jeweils komprimierter vernommen werden.
Eine erste darauf abzielende Aktion, war das Führen der gefundenen Begleitperson mit angelegter Schlafmaske durch die post-moderne Kirche in einen Nebensaal, durch dessen unverblendete Vertrauensperson. Zum ersten mal, in über 50 Jahren Kreuzkirche, waren dazu (vom Autor, der sich dabei unbewusst an seine Bundeswehrzeit zurückversetzte) wohl in dieser laute Kommandos wie: „links um“, „kehrt marsch“ oder „stillgestanden“ zu hören!

Die Reaktionen der Gemeinde
Mit unterschiedlichen Bewegungsstrategien gelangten letztendlich alle Besucher (ohne Stoß zu nehmen) zur nächsten Station. An dieser, Platz genommen, mussten (nein, durften) alle mit angelegter Blicksperre … von Helfern gereichte Dinge … schmecken, riechen und fühlen. Der Clou und die eigentliche Botschaft war dabei das simultan passende Hören einzelner Verse aus dem Psalm 23.
Eine inspirierende Predigt
N Lutherbibel 2017Der gute Hirte
1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. 6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
Nachwirkungen und Gespräche
Das Wandeln im finsteren Tal, das Hören ohne Sehen auf eine Begleitperson, bedurfte danach keine weitere Auslegung … ähnlich das Schmecken von Milchschnitte und Traubensaft oder der Geruch von feinstem Parfüm, wirkten für sich …

Schlussfolgerung
Diese Wirkung zu erleben, ist vielleicht das Bleibende aus dem Gottesdienst, noch riechen die Hände beim Tippen dieses Berichts nach Lavendel, ist der Tag (Nebel) der Dunkelheit gewichen ohne das Erlebte dabei nicht mehr zu sehen!
Ein überraschender Gottesdienst kann viel mehr bewirken, als man zunächst denkt. Er kann die Herzen der Menschen öffnen, Gemeinschaft schaffen und tiefen spirituellen Trost spenden. Der Gottesdienst war ein perfektes Beispiel dafür, wie Musik, Worte und Gemeinschaft kreativ zusammenkommen können, um etwas wirklich Erlebbares zu schaffen.
Danke dafür!
Einladung
Was wäre, wenn das mit Jesus wahr ist?
truestory ist eine christliche Veranstaltungsreihe, die vom 13. Februar bis zum 26. März 2023 in Deutschland, Österreich, in der Schweiz und sogar in Namibia stattfindet.
Gastgeber sind über 780 Teenkreise, Jugendgruppen und Kirchengemeinden. Jedes Event wird individuell gestaltet.

Trailer
Bei truestory reden wir über zentrale Fragen der Generation Z, z.B.: Wer bin ich? Wie schaffen wir eine gerechte Welt? Was gibt Sicherheit im Leben? - Als Christen glauben wir, dass die Bibel hierauf eine Antwort hat und noch immer relevant für unser Leben und unsere Gesellschaft ist.
Wir möchten keine Meinung aufzwingen, sondern ins Gespräch darüber kommen, was im Leben trägt und welche Perspektive Jesus uns schenken möchte.
Mit einer etwas vorauseilenden oder auch eigenständigen Aktion, hat die Kirchengemeinde Rothenuffeln-Haddenhausen seine öffentlich untersagten Gottesdienste, im kleinen Kreis dennoch stattfinden lassen und aus der Not eine Tugend (Aufgabe) gemacht! Das Ergebnis, der Online-Gottesdienst, findet mittlwerweile auch in anderen Gemeinden, wie z.B. in Holzhausen/Hartum/Nordhemmern konzeptionelle Wiederholung. Dabei spielt es natürlich keine Rolle, wer hier, wann ... Vorreiter gewesen ist ... sondern das es weiterhin viele Nachahmer geben wird!
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